2.49. Handeln, das mit Begierde ausgeführt wird, ist weit unterlegen gegenüber dem Yoga der Weisheit (Gleichmut). Darum, o Dhananjaya, nimm Zuflucht in der Weisheit (Gleichmut); wahrlich elend sind jene, die von den Früchten der Handlung getrieben werden.
Kommentar: *„Handeln ist weit unterlegen gegenüber dem Yoga der Weisheit“* – Handeln mit einem Verlangen nach Ergebnissen auszuführen, ist äußerst unterlegen im Vergleich zum Yoga der Weisheit, das heißt, zum Gleichmut. Der Grund ist, dass die Handlungen selbst der Entstehung und Zerstörung unterworfen sind und die Früchte dieser Handlungen der Verbindung und Trennung. Der Yoga (Gleichmut) jedoch ist ewig; er wird niemals getrennt. Es gibt keine Verzerrung in ihm. Daher ist das mit Begierde verbundene Handeln äußerst unterlegen im Vergleich zum Gleichmut. Gleichmut ist das Beste unter allen Handlungen. Ohne Gleichmut führen die Wesen lediglich Handlungen aus und werden, als Folge dieser Handlungen, immer wieder geboren und sterben, erleiden Leid. Der Grund ist, dass Handlungen ohne Gleichmut nicht die Kraft zur Befreiung besitzen. Gleichmut im Handeln ist Geschicklichkeit. Wenn kein Gleichmut in den Handlungen ist, dann entstehen Egoismus und Besitzdenken gegenüber dem Körper, und Egoismus und Besitzdenken gegenüber dem Körper zu haben, ist tierhafte Intelligenz. Im Bhagavata sagte Shukadevaji zu König Parikshit: „O König, gib diese tierhafte Intelligenz auf, die denkt ‚Ich werde sterben‘.“ Die Implikation des Wortes „weit“ ist, dass so wie Licht und Dunkelheit niemals gleich sein können, ebenso können der Yoga der Weisheit und das mit Begierde verbundene Handeln niemals gleich sein. Es gibt einen großen Unterschied zwischen den beiden, wie zwischen Tag und Nacht. Der Grund ist, dass der Yoga der Weisheit zur Erlangung des Höchsten Selbst führt, während das mit Begierde verbundene Handeln zu Geburt und Tod führt.
*„Nimm Zuflucht in der Weisheit“* – Nimm Zuflucht in der Weisheit (Gleichmut). Ständig im Gleichmut zu verweilen, bedeutet, in ihm Zuflucht zu nehmen. Nur durch das Verweilen im Gleichmut wirst du deinen festen Zustand in deiner eigenen wahren Natur erfahren.
*„Elend sind jene, die von Früchten getrieben werden“* – Von den Früchten der Handlungen getrieben zu sein, ist äußerst elend. Sich selbst mit Handlungen, den Früchten der Handlungen, den Mitteln für die Handlung und Instrumenten wie dem Körper zu identifizieren – das bedeutet, von den Früchten der Handlung getrieben zu werden. Daher verbot der Herr im siebenundvierzigsten Vers, von den Früchten der Handlung getrieben zu werden, indem er sagte: „Sei nicht motiviert durch die Früchte der Handlung.“
Handlung und die Frucht der Handlung sind separate Kategorien, und jenes ewige Prinzip, das frei von beiden ist, ist eine separate Kategorie. Welches Elend könnte größer sein, als dass dieses ewige Prinzip abhängig wird von der nicht-ewigen Frucht der Handlung?
**Zusammenhang:** Der vorherige Vers sprach davon, Zuflucht in dieser Weisheit zu nehmen; nun beschreiben die folgenden Verse die Frucht davon, Zuflucht in eben dieser Weisheit zu nehmen.
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