O Geliebter der Kurus, in Bezug auf das Erlangen dieses ausgeglichenen Intellekts ist der entschlossene Intellekt einspitzig. Die Intellekte der Unentschlossenen sind wahrlich endlos und vielverzweigt.
Kommentar: ‚O Geliebter der Kurus, der entschlossene Intellekt...‘ Das Ziel (das Angestrebte), das der Karma-Yoga-Praktizierende (Sadhaka) zu erreichen sucht, ist jene Gleichmut, die das eigentliche Wesen des Höchsten Selbst ist. Um jene Gleichmut, welche die Gestalt des Höchsten Selbst ist, zu erlangen, ist die Gleichmut des inneren Wesens das Mittel; die Anhaftung an die Welt ist ein Hindernis für die Gleichmut des inneren Wesens. Jener eine Entschluss, diese Anhaftung zu beseitigen oder die Höchste Wahrheit zu erlangen, wird der entschlossene Intellekt genannt. Warum ist der entschlossene Intellekt einzig? Weil er den Verzicht auf das Verlangen nach weltlichen Objekten, Substanzen usw. beinhaltet. Dieser Verzicht ist ein und derselbe, ob man nun das Verlangen nach Reichtum oder das Verlangen nach Ehre und Ansehen aufgibt. Beim Erwerb jedoch gibt es viele Dinge, weil jedes einzelne Ding vielerlei Art ist; zum Beispiel kann eine einzige Süßigkeit viele Varianten haben. Daher sind auch die Begierden nach diesen Dingen zahlreich, endlos. In der Gita erscheint die Beschreibung des entschlossenen Intellekts in den Abschnitten über Karma Yoga (im vorliegenden Vers) und Bhakti Yoga (9.30), aber nicht im Abschnitt über Jnana Yoga. Der Grund dafür ist, dass im Jnana Yoga zuerst die Verwirklichung der wahren Natur kommt und dann als Folge der Intellekt automatisch zu einem von fester Entschlossenheit wird. Im Karma Yoga und Bhakti Yoga kommt zuerst die feste Entschlossenheit des Intellekts und dann folgt die Verwirklichung der wahren Natur. Daher ist im Jnana Yoga das Wissen primär, und im Karma Yoga und Bhakti Yoga ist die feste Entschlossenheit primär. ‚...endlos und vielverzweigt sind die Intellekte der Unentschlossenen.‘ Diejenigen, die unentschlossen sind, sind jene, in denen ein von Begierde angetriebenes Motiv ist, die am Genuss und an der Ansammlung hängen. Aufgrund der Begierde sind die Intellekte solcher Menschen endlos, und diese Intellekte haben auch endlose Verzweigungen, das heißt, jeder einzelne Intellekt hat ebenfalls endlose Verzweigungen. Zum Beispiel: einen Sohn zu erhalten – dies ist ein Intellekt; und um einen Sohn zu erhalten, irgendeine Medizin einzunehmen, irgendein Mantra zu rezitieren, irgendein Ritual durchzuführen, den Segen eines Heiligen zu erbitten usw. – dies sind die endlosen Verzweigungen dieses einen Intellekts. Ebenso: Reichtum zu erlangen – dies ist ein Intellekt; und um Reichtum zu erlangen, Handel zu treiben, einen Dienst anzunehmen, Diebstahl zu begehen, zu rauben, zu täuschen, zu betrügen usw. – dies sind die endlosen Verzweigungen dieses einen Intellekts. Im Intellekt solcher Menschen gibt es keinen festen Entschluss, das Höchste Selbst zu erlangen.
Zusammenhang: Der Grund, warum die Intellekte unentschlossener Menschen endlos sind, wird in den nächsten drei Versen erklärt.
★🔗