**Unsere Armee, obwohl von Bhishma beschützt, ist unzulänglich und unfähig, die Pandavas zu besiegen; denn ihr Beschützer (Bhishma) ist beiden Seiten zugeneigt. Doch diese Armee der Pandavas ist zulänglich und fähig, uns zu besiegen; denn ihr Beschützer (Bhima) ist seiner eigenen Armee ergeben.**
**Kommentar:**
„Unsere Armee, obwohl von Bhishma beschützt, ist unzulänglich“ – Aufgrund von Unrecht und Ungerechtigkeit entsteht in Duryodhanas Geist Furcht, und er denkt über seine eigene Armee: Auch wenn unsere Armee größer ist – nämlich um vier *Akshauhinis* stärker als die der Pandavas –, ist sie dennoch unfähig, den Sieg über die Pandavas zu erringen! Der Grund ist, dass in unserer Armee Zwietracht herrscht. Sie besitzt nicht die Einheit, Furchtlosigkeit und den unbeirrbaren Entschluss, die in der Armee der Pandavas vorhanden sind. Der Hauptbeschützer unserer Armee, Großvater Bhishma, ist beiden Seiten zugeneigt, das heißt, sein Herz hegt Zuneigung sowohl für die Kaurava- als auch für die Pandava-Armee. Er ist ein großer Verehrer Krishnas. In seinem Herzen gibt es großen Respekt für Yudhishthira. Er hat auch große Zuneigung für Arjuna. Daher wünscht er sich, selbst auf unserer Seite stehend, im Inneren das Wohl der Pandavas. Dieser Bhishma ist der Oberbefehlshaber unserer Armee. Wie kann in einer solchen Lage unsere Armee den Pandavas gewachsen sein? Sie kann es nicht.
„Aber diese ihre Armee ist zulänglich, beschützt von Bhima“ – Jedoch ist diese Armee der Pandavas fähig, uns zu besiegen. Der Grund ist, dass in ihrer Armee keine Zwietracht herrscht; im Gegenteil, alle sind geeint und eines Sinnes. Der Beschützer ihrer Armee ist der mächtige Bhimasena, der mich seit Kindheitstagen besiegt. Er allein hat geschworen, mich samt meinen hundert Brüdern zu töten – das heißt, er ist darauf bedacht, uns zu vernichten! Sein Körper ist stark wie ein Donnerkeil. Selbst als ich ihm Gift gab, starb er nicht. So ist Bhimasena, der Beschützer der Pandava-Armee; daher ist diese Armee wahrhaft fähig und vollständig.
Hier könnte ein Zweifel aufkommen: Duryodhana nannte Bhishma als Beschützer seiner Armee, der zum Oberbefehlshaber ernannt ist. Aber für den Beschützer der Pandava-Armee nannte er Bhimasena, der nicht der Oberbefehlshaber ist. Die Auflösung ist, dass Duryodhana in diesem Moment nicht an die Befehlshaber denkt; vielmehr erwägt er die Stärke beider Armeen und fragt sich, welche Armee stärker ist? Von Anfang an haben die Kraft und Macht Bhimasenas einen größeren Eindruck auf Duryodhana gemacht. Daher nennt er für den Beschützer der Pandava-Armee allein den Namen Bhimasena.
**Besonderer Punkt:**
Arjuna hebt, als er die Kaurava-Armee erblickt, seinen Bogen, ohne zu jemandem zu gehen (Gita 1.20). Aber Duryodhana geht, nachdem er die Pandava-Armee gesehen hat, zu Dronacharya und bittet ihn, die strategisch aufgestellte Armee der Pandavas zu betrachten. Dies beweist, dass Furcht in Duryodhanas Herz wohnt (Anmerkung S. 10). Trotz innerer Furcht möchte er listig Dronacharya gefallen, um ihn gegen die Pandavas aufzustacheln. Der Grund ist, dass Duryodhanas Herz Unrecht, Ungerechtigkeit und Sünde birgt. Ein ungerechter, sündiger Mensch kann niemals furchtlos und in Frieden und Glück leben – das ist die Regel. Aber in Arjuna wohnt Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit. Daher gibt es in Arjuna keine List, um eigene selbstsüchtige Ziele zu erfüllen, keine Furcht; vielmehr gibt es Enthusiasmus und Heldenmut. Darum befiehlt er, von Heldenmut erfüllt, dem Herrn zur Musterung der Heere: ‚O Achyuta! Stelle meinen Wagen zwischen die beiden Heere‘ (1.21). Die implizierte Bedeutung ist: Wer sein Herz auf vergänglichen Reichtum und Besitz stützt und in wem Unrecht, Ungerechtigkeit und Übelwollen wohnen, besitzt keine wahre Stärke. Er ist innerlich hohl und kann niemals furchtlos sein. Aber wer die Beachtung seines eigenen Dharma und den Schutz des Herrn hat, fürchtet sich nie. Seine Stärke ist wahrhaftig. Er bleibt stets sorgenfrei und furchtlos. Daher sollten Suchende, die ihr eigenes Wohl erstreben, Unrecht, Ungerechtigkeit usw. völlig aufgeben und, indem sie allein Zuflucht beim Herrn nehmen, ihr Dharma zur Freude Gottes ausführen. Man sollte niemals Zuflucht im Unrecht suchen, indem man materiellen Besitz wertschätzt und sich in der Verlockung von Vergnügen verstrickt, das aus Anhaftung geboren wird; denn aus diesen beiden erwächst dem Menschen niemals Nutzen, im Gegenteil, nur Schaden entsteht.
**Verbindung:** Nun wendet sich Duryodhana, um Großvater Bhishma zu gefallen, an alle großen Krieger seiner Armee.
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