Arjuna sprach: O Krishna, als ich diese Schar meiner Verwandten sehe, die zum Kampf bereitgestellt ist, da erschlaffen meine Glieder, mein Mund trocknet aus, mein Körper zittert und meine Haare sträuben sich. Der Gandiva-Bogen gleitet mir aus der Hand, und meine Haut brennt. Mein Geist dreht sich im Kreis, und ich vermag nicht einmal, standhaft zu bleiben.
Kommentar: *‚Als ich diese Verwandten sehe, o Krishna, bereitgestellt und kampfbegierig‘* – Der Name ‚Krishna‘ war Arjuna sehr teuer. Diese Anrede erscheint neunmal in der Gita. Keine andere Anrede für den Herrn Shri Krishna erscheint so häufig. Ebenso war der Name ‚Partha‘ dem Herrn für Arjuna sehr teuer. Daher verwendeten der Herr und Arjuna diese Namen in ihren Gesprächen füreinander, und diese Tatsache war unter den Menschen wohlbekannt. Aus dieser Perspektive erwähnt Sanjaya die Namen ‚Krishna‘ und ‚Partha‘ am Ende der Gita: *‚Wo Krishna ist, der Herr des Yoga, und wo Partha ist, der Bogenschütze‘* (18.78).
Zuvor hatte Dhritarashtra gesagt *‚versammelt und kampfbegierig‘*, und hier sagt auch Arjuna *‚bereitgestellt und kampfbegierig‘*; jedoch besteht ein großer Unterschied in ihrer Perspektive. In Dhritarashtras Sicht gibt es eine Unterscheidung: Duryodhana und die anderen sind meine Söhne, und Yudhishthira und die anderen sind Pandus Söhne; daher verwendete Dhritarashtra dort die Begriffe *‚meine Söhne‘* und *‚die Söhne Pandus‘*. Aber in Arjunas Sicht gibt es keine solche Unterscheidung; daher sagt Arjuna hier *‚Verwandte‘*, was Menschen von beiden Seiten einschließt. Die Implikation ist, dass Dhritarashtra Furcht und Kummer aus der Befürchtung hat, seine eigenen Söhne könnten im Krieg fallen; aber Arjuna ist bekümmert aus der Befürchtung, Verwandte von beiden Seiten könnten sterben, in dem Gedanken, auf welcher Seite auch immer jemand fällt, er ist doch unser Verwandter.
Bis jetzt ist das Wort *‚sehen‘* dreimal erschienen: *‚als er die Armee der Pandavas sah‘* (1.2), *‚als er die Söhne Dhritarashtras bereitgestellt sah‘* (1.20) und hier *‚als ich diese Verwandten sehe‘* (1.28). Die Bedeutung dieser drei ist, dass Duryodhanas Sehen von einer Art blieb, d.h. Duryodhanas Empfinden war einzig auf den Kampf gerichtet; aber Arjunas Sehen war von zweierlei Art. Zuerst, als er die Söhne Dhritarashtras sah, ergriff Arjuna, erfüllt von Heldenmut, seinen Bogen und stellte sich kampfbereit hin; und jetzt, als er seine Verwandten sieht, wird er von Feigheit ergriffen, sagt sich vom Kampf los und der Bogen fällt ihm aus der Hand.
*‚Meine Glieder erschlaffen … mein Geist dreht sich im Kreis‘* – Arjunas Geist ist erfüllt von Angst und Kummer hinsichtlich der zukünftigen Folgen des Krieges. Die Wirkung dieser Angst und dieses Kummers fällt auf Arjunas gesamten Körper. Genau diese Wirkung beschreibt Arjuna in klaren Worten: Jedes Glied meines Körpers – Hände, Füße, Mund usw. – wird schwach! Der Mund trocknet aus, sodass es sogar schwerfällt zu sprechen! Der ganze Körper zittert! Alle Haare am Körper sträuben sich, das heißt, der ganze Körper zeigt Gänsehaut! Dieser Gandiva-Bogen, durch dessen Saitenklang die Feinde erschrecken, fällt heute mir aus der Hand! Die Haut – der ganze Körper – brennt. Mein Geist dreht sich im Kreis, das heißt, ich kann nicht einmal erkennen, was ich tun soll! Hier, auf diesem Schlachtfeld, werde ich unfähig, auch nur auf dem Wagen zu stehen! Es scheint, ich werde ohnmächtig und falle! In einem solch unheilvollen Krieg erscheint selbst das Stehen hier wie eine Sünde.
**Zusammenhang:** Nachdem er im vorherigen Vers die acht Anzeichen des Kummers beschrieben hat, die sich in seinem Körper manifestieren, stellt Arjuna nun die Unangemessenheit dar, Krieg zu führen, aus der Perspektive von Vorzeichen, die zukünftige Folgen andeuten.
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