Für einen, der geboren ist, ist der Tod gewiss; und für einen, der stirbt, ist die Geburt gewiss. Deshalb sollst du in dieser unvermeidlichen Angelegenheit nicht trauern.
Kommentar:
„Für einen, der geboren ist, ist der Tod gewiss; und für einen, der stirbt, ist die Geburt gewiss.“ Gemäß dem vorherigen Vers gilt: Selbst wenn man das verkörperte Wesen als ständig Geburt und Tod unterworfen betrachtet, kann dies noch kein Grund zur Trauer sein. Der Grund ist, dass wer auch immer geboren wird, sicher sterben wird, und wer auch immer stirbt, sicher wieder geboren werden wird.
„Deshalb sollst du in dieser unvermeidlichen Angelegenheit nicht trauern.“ So kann niemand diesen Fluss von Geburt und Tod abwenden; denn hierin hat niemand auch nur die geringste Kontrolle. Dieser Fluss von Geburt und Tod währt seit unvordenklichen Zeiten und wird in Ewigkeit weitergehen. Aus dieser Perspektive ist es nicht angemessen, dass du trauerst.
Diese Söhne Dhritarashtras sind geboren worden, also werden sie sicher sterben. Du hast keine Möglichkeit, sie zu retten. Diejenigen, die sterben, werden sicher wieder geboren werden. Auch das kannst du nicht verhindern. Was gibt es dann zu betrauern? Trauere nur um das, was nicht geschehen sollte.
Was nicht geschehen sollte, geschieht nicht; was bestimmt ist, geschieht. Zum Beispiel weiß jeder, dass wenn die Sonne aufgegangen ist, sie sicher untergehen wird; und wenn sie untergeht, wird sie sicher wieder aufgehen. Deshalb trauern oder sorgen sich die Menschen nicht, wenn die Sonne untergeht. Ebenso, o Arjuna! Wenn du glaubst, dass diese Wesen wie Bhishma und Drona zusammen mit dem Körper sterben werden, dann werden sie auch zusammen mit einem Körper geboren werden. Daher kann es auch aus diesem Blickwinkel keine Trauer geben.
Was der Herr in diesen beiden Versen (26 und 27) dargelegt hat, ist nicht Seine eigentliche Lehre. Daher stellt der Herr durch die Verwendung des Begriffs „atha ca“ (aber wenn) den anderen Standpunkt (derjenigen, die Körper und das verkörperte Wesen als eins betrachten) dar und sagt, dass eine solche Lehre in Wahrheit nicht existiert, aber selbst wenn man annimmt, dass sie es tut, ist es dennoch nicht angemessen zu trauern.
Die Essenz dieser beiden Verse ist diese: Alle Dinge in der Welt, die ständig dem Wandel unterworfen sind, geben unaufhörlich eine Form auf und nehmen eine andere an. Dabei ist das Aufgeben der vorherigen Form der Tod, und das Annehmen einer neuen Form die Geburt. So stirbt, wer geboren wird; und wer stirbt, wird wieder geboren – dieser Fluss setzt sich ewig fort. Auch aus dieser Perspektive – warum trauern?
Zusammenhang: Nachdem der Herr in den beiden vorangegangenen Versen den alternativen Standpunkt dargelegt hat, spricht er nun im folgenden Vers aus der vollkommen gewöhnlichen Sichtweise.
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