BG 3.23 — Karma Yoga
BG 3.23ⓘ📚 Go to Chapter 3
यदिह्यहंनवर्तेयंजातुकर्मण्यतन्द्रितः|ममवर्त्मानुवर्तन्तेमनुष्याःपार्थसर्वशः||३-२३||
yadi hyahaṃ na varteyaṃ jātu karmaṇyatandritaḥ . mama vartmānuvartante manuṣyāḥ pārtha sarvaśaḥ ||3-23||
यदि: if | ह्यहं: surely | न: not | वर्तेयं: engage Myself in action | जातु: ever | कर्मण्यतन्द्रितः: in action | मम: My | वर्त्मानुवर्तन्ते: path | मनुष्याः: men | पार्थ: O Partha | सर्वशः: in every way
GitaCentral Deutsch▲
Denn wenn ich mich nicht stets unermüdlich im Handeln betätigen würde, o Arjuna, würden die Menschen in jeder Hinsicht meinem Pfad folgen.
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🙋 Deutsch Commentary▲
【Wortbedeutungen】 यदि (yadi) - wenn हि (hi) - sicherlich अहम् (aham) - ich न (na) - nicht वर्तेयम् (varteyam) - mich im Handeln engagieren जातु (jātu) - jemals कर्मणि (karmaṇi) - im Handeln अतन्द्रितः (atandritaḥ) - unermüdlich मम (mama) - mein वर्त्म (vartma) - Pfad अनुवर्तन्ते (anuvartante) - folgen मनुष्याः (manuṣyāḥ) - die Menschen पार्थ (pārtha) - o Arjuna सर्वशः (sarvaśaḥ) - in jeder Hinsicht 【Kommentar】 Wenn Ich untätig bliebe, würden die Menschen Mich nachahmen und ebenfalls nichts tun. Sie würden alle tamasisch werden und in einen Zustand der Trägheit verfallen.
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English
Swami Gambirananda
Swami Adidevananda
Hindi
Swami Ramsukhdas
Sanskrit
Sri Ramanuja
Sri Madhavacharya
Sri Anandgiri
Sri Jayatirtha
Sri Abhinav Gupta
Sri Madhusudan Saraswati
Sri Sridhara Swami
Sri Dhanpati
Vedantadeshikacharya Venkatanatha
Sri Purushottamji
Sri Neelkanth
Sri Vallabhacharya
Detailed Commentary▲
3.23-3.24: O Partha! Wenn ich jemals aufhören würde, die vorgeschriebenen Pflichten wachsam zu erfüllen, würde großes Unheil entstehen; denn alle Menschen folgen auf jede Weise Meinem Pfad. Wenn ich nicht handeln würde, wären all diese Menschen verloren und ich wäre der Urheber der Verwirrung (varna-sankara) und würde alle diese Wesen vernichten. 3.23: Kommentar – [Im vorherigen Vers hat der Herr die Notwendigkeit der Pflichterfüllung durch die Methode der Übereinstimmung (anvaya) dargelegt, und in diesen Versen begründet Er den Schaden, der aus der Unterlassung der Pflicht durch die Methode des Gegensatzes (vyatireka) entsteht.] »Denn wenn ich nicht stets wachsam im Handeln wäre« – Das Wort »hi« (denn) dient hier dazu, den Ausdruck »varta eva ca karmani« (wahrlich, ich bin im Handeln tätig) aus dem vorherigen Vers zu bekräftigen. Der Herr sagt, dass es für Mich einfach unmöglich ist, nicht wachsam zu handeln; jedoch im Sinne von ›selbst wenn wir annehmen‹, dass ich nicht handele – in dieser Bedeutung hat der Herr hier die Worte »yadi jātu« (wenn jemals) verwendet. Die Bedeutung des Wortes »atandritaḥ« (wachsam, ohne Trägheit) ist, dass man bei der Erfüllung seiner Pflicht nicht faul oder nachlässig sein soll; vielmehr soll man sie mit großer Sorgfalt und Hingabe ausführen. Indem ein Mensch seine Pflicht nicht sorgsam erfüllt und sich Trägheit und Nachlässigkeit hingibt, vergeudet er sein kostbares Leben. Nur wer Handlungen mit Sorgfalt und Hingabe ausführt, ohne Nachlässigkeit (Trägheit-Faulheit) einzuführen, löst die Bindung an die Handlungen. So wie ein harter Ast eines Baumes schnell bricht, ein lockerer, unvollständig gebrochener und herabhängender Ast jedoch nicht schnell bricht, so wird durch sorgfältiges und hingebungsvolles Handeln die Bindung an die Handlungen gelöst, während sie durch faules und nachlässiges (lässiges) Handeln nicht gelöst wird. Darum verwendete der Herr das Wort »samāchara« (vollkommen ausführen) im neunzehnten Vers und das Wort »atandritaḥ« in diesem Vers. Wenn die Erinnerung an eine Handlung wiederholt auftaucht, sollte man verstehen, dass bei der Ausführung dieser Handlung ein Mangel (Begierde, Anhaftung, Unvollständigkeit, Trägheit, Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit usw.) bestand, weshalb die Bindung an diese Handlung nicht gelöst wurde. Genau weil die Bindung an die Handlung nicht gelöst ist, entsteht die Erinnerung an die ausgeführte Handlung. »Alle Menschen folgen auf jede Weise Meinem Pfad, o Partha« – Mit diesen Worten deutet der Herr an, dass nur diejenigen, die Meinem Pfad folgen, wahrhaft würdig sind, Menschen genannt zu werden. Jene, die Mich nicht zum Vorbild nehmen, ihre Pflicht aus Trägheit und Nachlässigkeit nicht erfüllen und dennoch Rechte beanspruchen, sind trotz menschlicher Gestalt nicht wahrhaft würdig, Menschen genannt zu werden. Im einundzwanzigsten Vers dieses Kapitels hatte der Herr gesagt, dass alle Menschen gemäß dem Verhalten und Maßstab eines überlegenen Menschen folgen, und in diesem Vers sagt der Herr, dass die Menschen auf jede Weise Meinem Pfad folgen. Dies bedeutet, dass ein überlegener Mensch nur in einer Welt (der Menschenwelt) ein Vorbild ist, Ich jedoch das Vorbild in allen drei Welten bin. Der Herr steigt in die Menschenwelt herab, um zu zeigen, wie ein Mensch in der Welt leben soll. Die eigentliche Kunst des Lebens in der Welt besteht darin, zu verstehen, dass man nicht hier ist, um für sich selbst zu leben. Die Welt ist im Wesentlichen eine Schule, in der wir lernen müssen, Handlungen zum Wohle anderer zu vollziehen, indem wir Begierde, Besitzdenken, Egoismus usw. aufgeben und durch entsprechendes Handeln unsere eigene Befreiung verwirklichen. Alle Beziehungen in der Welt existieren einzig zum Dienen (zum Wohle) anderer. Daher sollten Vater, Sohn, Ehemann, Ehefrau, Bruder, Schwester usw. alle ihre jeweiligen Pflichten erfüllen, während sie die Rechte des anderen schützen und für das Wohl des anderen streben. »Diese Welten würden zugrunde gehen, wenn ich nicht handeln würde« – Im dreiundzwanzigsten Vers sprach der Herr mit den Worten »yadi hyahaṃ na varteyaṃ jātu karmaṇyatandritaḥ« vom Schaden, der aus mangelnder Wachsamkeit im Handeln entsteht, und nun spricht Er in diesem (vierundzwanzigsten) Vers mit den obigen Worten vom Schaden, der aus dem Unterlassen von Handlungen entsteht. Obwohl es unmöglich ist, dass Ich meine vorgeschriebene Pflicht nicht erfüllen würde, dennoch im Sinne von ›selbst wenn man annimmt‹ – in dieser Bedeutung hat der Herr hier das Wort »chet« (wenn) verwendet. Die Bedeutung dieser Worte ist, dass ein Mensch nicht einmal Anhaftung an Untätigkeit haben soll – »mā te saṅgo’stvakarmaṇi« (Gita 2.47). Daher gibt der Herr, indem Er Sein eigenes Beispiel anführt, zu verstehen: Obwohl es für Mich nichts zu erlangen gibt, handle Ich dennoch. Wenn Ich (gemäß dem varna, āśrama usw., in dem Ich inkarniert bin) Meine Pflicht nicht erfülle, dann würde die ganze Menschheit zugrunde gehen, d.h. sie würde fallen. Der Grund ist, dass durch das Aufgeben der Pflicht im Menschen tamasische Eigenschaften entstehen, die zu ihrem Niedergang führen – »adho gachchanti tāmasāḥ« (Gita 14.18). Der Herr ist das Vorbild in den drei Welten, und alle Wesen folgen einzig Seinem Pfad. Wenn also der Herr Seine Pflicht nicht erfüllt, wird niemand in den drei Welten seine Pflicht erfüllen. Indem sie ihre Pflicht nicht erfüllen, werden sie automatisch fallen. »Und ich wäre der Urheber der Verwirrung und würde diese Wesen vernichten« – Wenn Ich vorgeschriebenes Handeln nicht ausführe, würden alle Welten zugrunde gehen, und Ich würde zur Ursache ihrer Zerstörung werden, auch wenn so etwas nicht möglich ist. Wenn zwei einander widersprechende dharmas (Eigenschaften) ineinander übergehen, nennt man das »sankara« (Verwirrung, Vermischung). Im vierzigsten und einundvierzigsten Vers des ersten Kapitels hatte Arjuna gesagt: ›Wenn ich kämpfe, wird die Dynastie zerstört. Mit der Zerstörung der Dynastie geht das ewige Familiendharma verloren; mit dem Verlust des dharma herrscht im ganzen Geschlecht Ungerechtigkeit; mit der Zunahme der Ungerechtigkeit werden die Frauen der Familie verdorben; und durch die Verderbnis der Frauen entsteht varna-sankara.‹ So war Arjunas Vorstellung, dass durch den Kampf varna-sankara entstehen würde (siehe Anmerkung S. 157). Hier jedoch erklärt der Herr das Gegenteil, dass durch das Unterlassen der Pflicht in Form des Krieges varna-sankara entstehen würde. Zu diesem Thema gibt der Herr Sein eigenes Beispiel: Wenn Ich die vorgeschriebene Pflicht nicht erfülle, dann entsteht automatisch Verwirrung in karma, dharma, Verehrung, varna, āśrama, Kaste usw. Die Bedeutung ist, dass gerade durch das Unterlassen der Pflicht Verwirrung entsteht. Daher sagt der Herr hier gleichsam zu Arjuna: Du wirst durch das Unterlassen der Pflicht in Form des Krieges zur Ursache der Entstehung von varna-sankara, nicht durch das Kämpfen (wie du glaubst). Besonderer Punkt: Der Herr beantwortet Arjunas ursprüngliche Frage (warum verwickelst du mich in schreckliches Handeln?) in diesen drei Versen – zweiundzwanzig, dreiundzwanzig und vierundzwanzig – durch Sein eigenes Beispiel: Es ist nicht so, dass Ich dich allein zum Handeln veranlasse; vielmehr bin auch Ich Selbst im Handeln tätig, obwohl in Wirklichkeit für Mich in allen drei Welten nichts Verpflichtendes oder zu Erlangendes ist. Der Herr deutet Arjuna an: In dieser Inkarnation hast du angenommen und Ich habe auch angenommen, dass du der Wagenlenker wirst und Ich der Wagenlenker werde; so sieh, obwohl ich ein Kshatriya bin, handle ich heute als dein Wagenlenker und erfülle so die von Mir übernommene Pflicht gewissenhaft und wachsam. Meine Erfüllung dieser Pflicht wird auch Auswirkung auf die drei Welten haben; denn Ich bin das Vorbild in den drei Welten. Alle Wesen folgen einzig Meinem Pfad. Ebenso solltest auch du deine vorgeschriebene Pflicht nicht vernachlässigen, sondern sie mit Sorgfalt und Hingabe erfüllen, so wie Ich es tue. Zusammenhang: So wie der Herr in den vorigen drei Versen die Wachsamkeit im Handeln für Sich Selbst beschrieb, so inspiriert Er in den nächsten zwei Versen die weise große Seele, im Handeln wachsam zu sein.
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